Wenn der Sommer am wärmsten wird und die Sonne mit 40 Grad auf die steinige Küste der türkischen Riviera brennt, finden wir uns an der Küste ein, um eine Woche auf dem Wasser zu verbringen. 

Was für ein Leben! Auf einer motorisierten Segeljacht hangeln uns an der lykischen Küste entlang, von Badeplatz zu Badeplatz! Unsere Gulet mit zwei Masten hat einen eckigen Achtern, ein Niedrigwasser-Profil, einen geräumigen Schiffsrumpf und bietet Platz für 12 Personen. Ursprünglich gebaut von Fischern und Schwammtauchern, die ihren Fang transportieren mussten haben die Schiffe inzwischen ein luxuriöses Design, speziell für Segel,- und Charterreisen erhalten. Alle Kabinen sind mit Doppelschlafkojen und eigenem Bad ausgestattet. Wir sind nur froh, daß wir nicht wirklich in dem beengten Rumpf wohnen müssen, denn Platz hat es hier so gut wie überhaupt nicht. Der Platz im Bad mit Toilette und einem Handbrausebecken ist so knapp bemessen, daß man bei Seegang keine Angst haben muss, daß man irgendwie umfallen könnte. Unser Gepäck liegt auf den Betten und da bleibt es dann auch für die nächste Woche.

Zur Innenarchitektur unserer Gulet gehört ein Salon, eine Bar, ein Innenspeiseraum und eine perfekt ausgestattete Kombüse. Das Achterdeck schließt einen überdachten Außenspeiseraum und einen Gesellschaftsraum ein der für die nächsten Tage das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens auf Deck darstellt. Das Vorderdeck bietet zahlreiche Sonnenliegen, die von einem Baldachin überschattet können, wenn die Jacht in einer Windflaute liegt. An Backbord befindet sich eine befestigte, gerade Leiter für den Wasserein- und ausstieg, die bei Benutzung dann bis unter die Wasseroberfläche reicht. Wir sind froh, daß wir nicht wirklich auf das Bordnetz angewiesen sind. Geladene Akkus haben wir zu Genüge und sonst müssen wir auch nichts laden. Die digitalen Endgeräte haben Pause. Viel wichtiger ist, daß der Bordkühlschrank genügend Energie bekommt, damit das Efes kühl bleibt!

Im warmen, klaren Wasser macht das Schnorcheln Spaß und am Himmel sind weit und breit keine Wolken zu sehen. Die Crew ist unermüdlich dabei uns kulinarisch zu verwöhnen - drei komplette Mahlzeiten am Tag, plus Tee mit Obst am Nachmittag! Ab und an kommen Einheimische mit ihren Booten angebraust, um entweder Eis zu verkaufen oder fangfrischen Fisch. Letzteres wird in der Zubereitung dann zur Chefsache erklärt und der Captain steht dann persönlich am Grill. Nachts ist es warm genug, so daß wir an Deck schlafen können – mit einem wunderbaren Blick in den Sternenhimmel.

Wir werden ausgebootet, um nach Dalyan zu fahren. Die kleinen, flachen Boote sind extra dafür gebaut die seichten Stellen der Flussmündung zu bewältigen. Dort können wir Unechte Karettschildkröten beobachten und leckere, rote Flusskrebse kaufen. Um die Stadt zu erreichen, fahren wir im Flussdelta durch ein Labyrinth von Wasseradern, dessen Wege für uns unergründlich bleiben. Wir passieren die antiken Felsengräber der antiken Stadt Kaunos, die hoch über dem sich schlängelnden Fluss erheben. In Dalyan besuchen wir selbstverständlich die Schlammbäder und im Anschluss die kleine Stadt, bevor wir wieder zu unserem Motorsegler zurückgebracht werden.

Wir sind vor den ersten Sonnenstrahlen aufgebrochen, um den weiten Bogen nach Marmaris hinter uns zu bringen, bevor das Meer wieder unruhig wird. Unser Gulet pflügt durch die leichten Wellen und wir sind dennoch froh, daß wir die Zeit nicht unter Deck verbringen müssen und den Horizont im Auge behalten können. Wir gehen vor Anker und in der Nähe vom Festland ist jetzt alles wieder ruhig – nur aus der Kombüse dringt der erste Duft des Mittagessens. Man wundert sich, welch herrliche Gerichte die 3-Mann-Besatzung auf unserem kleinen Boot zu zaubern verstehen und freut sich, weil einem jede Arbeit auf dem Schiff abgenommen wird. Gegen Abend laufen wir im Hafen ein, schlendern durch den überdachten Basar und erkunden die Altstadt mit dem Kastell (Kalesi), das über der Stadt thront. In der permanenten Ausstellung informieren wir uns über die Geschichte Marmaris und der Region. Die Anlage an sich ist nicht sehr groß, aber der gesamte Hügel besteht aus einem einzigen Labyrinth an kleinen Gassen und in sich verschachtelten Gebäuden, die am Fuße der Anlage in einem sanften Schwung in der breiten Uferpromenade auslaufen. Dort reihen sich die Restaurants und Clubs schier endlos aneinander und wirklich jeder der türkischen Marktschreier möchte uns davon überzeugen, daß wir heute Abend nur in seinem Lokal am besten Speisen werden.

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