Galapagos Quick Map

Galapagos Quick Map

Von Board eines Katamarans aus erkunden wir in den nächsten Tagen die einzigartige Welt des Archipels im östlichen Pazifischen Ozean.

Galapagos

Wir starten nach Norden und die zweistrahlige Embraer 190 der Air Avianca steigt steil in den Himmel auf. Hinter uns schaut der Cotopaxi kurz aus dem Wolkenmeer und auf der rechten Seite können wir den Vulcan Cayambe im Schein der Morgensonne erkennen, bevor wir in einer langen Kurve nach Süden abdrehen. Das Faltengebirge der Anden liegt spektakulär unter uns und wir sind beeindruckt von den schier endlosen Masse an Furchen und Falten, die diesen Kontinent überziehen. In Guayaquil machen wir einen kurzen Zwischenstopp, bei dem unsere alten Bekannten aus England zusteigen. Ca. drei Stunden gibt es nicht anderes unter uns zu sehen als den tiefblauen Pazifik, bevor wir über die erste der Galapagos Inseln fliegen, Isla de San Cristóbal. Kurz darauf fliegen wir schon eine Schleife und setzen auf der Isla Baltra zur Landung an. Im Landeanflug sehen wir schon den Katamaran "Nemo I" im Hafen von Seymour liegen, der für die nächsten Tage unser Zuhause sein wird. Unser Flugzeug hält direkt neben dem Rollfeld an und wir laufen die restlichen Meter durch die glühende Mittagshitze zum Empfangsgebäude. Dort werden wir und unser Gepäck gründlich von den Behörden durchsucht, denn wegen der steigenden Zahl an Touristen wird penibel darauf geachtet, das bestehende Ökosystem nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Nemo I

Nachdem die Spürhunde unser Gepäck "durchschnüffelt" haben, wird dieses freigegeben und wir machen uns zum Ausgang auf, wo wir von unserem - jetzt schon gestressten – Guide Ivan in Empfang genommen werden. Anscheinend fehlen noch Gäste, aber wir werden schon mal an den Hafen gebracht. In der sengenden Sonne finden wir Schutz in einer kleinen Hütte an der Hafenmole, in der es sich auch ein Seelöwe bequem gemacht hat. Hier und da krabbeln träge große Echsen zwischen unseren Füßen herum und wir warten, bis uns das Dingi der Nemo I abholt. Wir ziehen die Schwimmwesten an, Schultern unser Gepäck, boarden das kleine, wackelige Gefährt und hoffen, dass keiner jetzt schon ins Wasser fällt!

Der Fahrtwind auf der kurzen Strecke tut richtig gut - der einzige Lufthauch an diesem Mittag. Wir steuern den Katamaran am Heck an, denn dort gibt es neben dem Gemeinschaftsbereich eine große Plattform zum Anlanden. Allerdings ist das Prozedere nicht ganz so einfach, wenn das Wasser unruhig ist. Man muss den Moment gut einschätzen, wenn das Dingi von einer Welle angehoben wird, damit der Schritt über den Wulst des Schlauchboots zum Deck verringert wird. Eine Technik, die wir bald meistern werden!

Liv, Beck und ihre Mutter Judy kennen wir ja schon, dazu kommen nun Denise / Chris aus Texas, Duncan / Lee aus Kanada und Natalie / Nicolai aus Dänemark. Wir werden auf die Kabinen verteilt, die in den zwei Rumpfteilen des Bootes liegen. Über eine schmale Treppe zwängen wir uns in unseren Rückzugsort der nächsten Tage. Wir liegen knapp über der Wasseroberfläche und können das Wasser hören, das glucksend den Rumpf umspült. Die Doppelstockbetten sind quer zum Rumpf angeordnet und so kurz, dass selbst diagonal schlafen kaum Abhilfe schafft. Über dem oberen Bett befindet sich ein Luke, durch die ein wenig Luft in die enge Kajüte kommt. Wir haben zwar eine Klimaanlage, aber diese entpuppt sich als solch eine Lärmmaschine, dass es schier unmöglich ist, mit diesem Krach zu schlafen. Gut, dass unser Reisegepäck so klein bemessen ist und so bekommen wir ohne Probleme alles in dem beengten Raum unter. Die Nasszelle ist durch eine Schiebetür getrennt und wenn man auf der Toilette sitzt, kann man mühelos alles erreichen, was man benötigt. Duschen und Zähneputzen ist bequem zu erledigen, inklusive Ausblick auf das Meer durch eine kleine Luke.
Als unsere fehlenden Gäste Sanne and Steen aus Dänemark am Nachmittag endlich eintreffen, kann es losgehen! Das Schiff setzt sich in Bewegung und wir genießen an Deck den Fahrtwind. Am Horizont sehen wir bereits unser Ziel: Playa Las Bachas auf der Isla Santa Cruz. Ivan macht seinem Namen alle Ehre finden wir, denn sein ruppiger Umgangston stößt nicht bei allen auf Akzeptanz. Mit dem Charme eines Bundeswehr-Ausbilders gibt er uns deutliche Ansagen, wie wir uns an Land zu verhalten haben, was wir dürfen und was nicht. Anhand eines White-Bords an Deck sind Minutengenau die Aktivitäten verzeichnet und der Zeitplan wird akribisch eingehalten! Wir verstehen, dass das das Ökosystem auf Galapagos sehr fragil ist und unter uns Menschen sehr zu leiden hat – und machmal muss man das eben auch sehr deutlich kommunizieren. Aber Ivan entwickelt sich in den nächsten Tagen nicht gerade zu einem Sympathieträger. Wir schieben es auf sein schlechtes Englisch und versuchen seine Stakkato-Tiraden nicht zu ernst zu nehmen.

Santa Cruz

14:00 Uhr: Das Dingi bringt uns mit einer sog. "Wet Landing" an den Strand: Das Zodiak schiebt sich mit der Spitze auf den Sand, wir platzieren uns alle auf dem Schlauch und hüpfen am Bug in das kniehohe Wasser. Was gar nicht so einfach ist, wenn mann noch Rucksack, Schnorchelausrüstung und das 300er Tele irgendwie trocken an Land bringen möchte. Die Gruppe sammelt sich, wir platzieren unsere Sachen auf den Lavafelsen, denn wir wollen keine Ameisen im Gepäck mit auf das Boot zurücknehmen und so auf eine andere Insel bringen. Die Sonne brennt erbarmungslos auf uns herab und wir sind ständig am eincremen, was nicht gerade wirkungsvoll ist, wenn man die ganze Zeit schwitzt. Mit feuchten, öligen Fingern machen wir dann aber unsere ersten Bilder von den Roten Klippenkrabben oder Sally Lightfoots – wie sie im Englischen heißen. Die Jungtiere sind noch dunkel gefärbt, die älteren Krabben leuchten herrlich in der Sonne. Wir laufen den Strand entlang, passieren die Überreste von einem amerikanischen Kriegsschiff und beobachten einen einsamen Flamingo in brackigen Wasser der Lagune. Der Schnorchelausflug ist spektakulärer: Gleich zu Beginn treffen wir auf eine grüne Wasserschildkröte! Wir versuchen im Wasser zwar die gesetzlichen 2 Meter Abstand zum Tier einzuhalten, aber das Tier dreht und wendet sich und wir werden durch die Strandnähe zum Spielball der Strömungen. Schließlich taucht die Schildkröte unter uns weg und verschwindet im tiefen Blau des Pazifiks. Denise and Chris berichten, dass sie weiter draußen noch ein paar Weißspitzen-Riffhaie gesehen haben aber wir können ja nicht überall sein. 16:30 Uhr: Wir packen unsere Sachen, klettern in unser Dingi und kehren zurück auf die Nemo I, die uns dann in den Sonnenuntergang fährt.

Isabela

Das Schiff gleitet behäbig durch die Nacht und als wir am nächsten Morgen zum Frühstück an Deck erscheinen, liegen wir bereits an der Südseite der Isla Isabela vor Puerto Villamil vor Anker.

Um 6:00 Uhr booten wir schon aus und werden auf die Inselgruppen von Las Tintoreras gebracht. Brav laufen wir auf den vorgeschriebenen Pfaden durch die scharfkantigen Lavafelder, bekommen viele Krabben zu sehen und können eine Seelöwenkolonie in der aufgehenden Sonne beobachten. Hier und da können wir ein paar Finken mit dem Tele einfangen und erwischen flinke Lava-Lizzards, die auf der Suche nach einem guten Fleck für ein morgendliches Sonnenbad sind. Ein paar Echsen dürfen natürlich auch nicht fehlen, nur mit Weißspitzen-Riffhaien haben wir heute kein Glück - obwohl das hier so ein guter Platz dafür sei, wie man uns beteuert.

Danach geht es zurück zum Boot - wir wechseln die Ausrüstung zum Schnorcheln um 9:30 Uhr! Das Wasser leuchtet satt in grün-türkisen Farben und viele Fische tummeln sich zwischen den zwei Rümpfen unseres Katamarans. Wir landen an, schreiben uns im Nationalpark ein und laufen ein kurzes Stück durch die Mangrovenwälder zu einer kleine Bucht Namens Concha de Perla. Micha testet das Badehöschen der Mark III und erwischt doch tatsächlich einen Pinguin, der hinter ein paar Sardinen her ist! Als wir wieder mit dem Dingi auf dem Rückweg sind, entdeckt unser Skipper Christian einen Eagle Ray und wir drehen eine extra Runde um noch einen besseren Blick von dem gepunkteten Rochen zu erhaschen, der sanft und elegant durch das klare Wasser gleitet.

Um 14:00 Uhr am Nachmittag landen wir nochmals in Puerto Villamil an, um uns die Aufzuchtstation für Landschildkröten (Centro de Crianza Tortugas Gigantes Arnaldo Tupiza Chamaidan) anzuschauen. Mit einem selbstgebastelten Reisebus auf Pick-Up Basis fahren wir ein paar Minuten in das Landesinnere. Und die Schildkröten sind einfach gigantisch! Behäbig schieben sich diese urzeitlichen Geschöpfe durch die Zeit - der Mensch ist gezwungen sich hier einzumischen, denn die Spezies ist vom Aussterben bedroht. Wir sehen einige Tiere mit fehlenden Gliedmaßen und erfahren, dass diese vor Lavaströmen gerettet wurden. Erst wenn die Tiere sechs Jahre alt sind, werden sie in der Wildnis ausgesetzt. Erst dann sind sie vor ihren Feinden wie den Ratten, Hunden, Eseln und Kühen sicher, da ihr Panzer dann ausgehärtet genug ist. Bei über 35° im Schatten haben wir aber bald genug von der Lehrstunde in Artenschutz und sehnen uns nur noch nach einem kühlen, schattigen Plätzchen. Unser kurioses Reise-Töf-Töf holt uns schon bald wieder ab und wir freuen uns über den warmen Fahrtwind. Noch besser wird es, als wir ans Wasser kommen - dort hat es eine Brise und jetzt gibt es erst einmal ein eiskaltes Club Premium Bier in gefrosteten Gläsern im Brisas del Mar. Wir schreiben ein paar Postkarten und am späten Nachmittag werden wir wieder eingesammelt und um 17:00 Uhr zurück auf die Nemo I gebracht. Im Sonnenuntergang beobachten wir wie Pelikane um uns herum auf Jagd gehen und ins Wasser schießen.

Floreana

Nach dem Abendessen steuert unser Captain William die Nemo I durch die Nacht in Richtung Isla Floreana. Am Morgen liegen wir an der Nordseite der Insel, direkt vor dem Riff Corona del Diablo (Devil's Crown). Nach dem Frühstück um 7:00 Uhr geht es an den dunklen Strand von Punta Cormorant, wo wir zum ersten Mal Blaufußtölpel aus der Nähe betrachten können. Die gänsegroßen Vögel beeindrucken durch ihr kompliziertes Balzverhalten und haben mit ihren hellen Augenringen immer einen Ausdruck von Verwunderung im Gesicht.

Wir laufen durch das Lavagestein an einen weißen Sandstrand, an dem wir vorsichtig durch das Wasser waten, denn hier hat es Stachelrochen! Micha und Lee versuchen ein Bild von den Stingrays zu machen, die sich teilweise so nahe im auslaufenden Wasser anspülen lassen, dass sie einem über die Füße rutschen.

Hier sehen wir auch ein paar Blue Footed Boobies beim Stoßtauchen zu: wie ein Pfeil stürzen sich die Vögel mit angelegten Schwingen bis zu 20m in das Meer hinab. Als wir den Strand verlassen, sehen wir zu unserem Schreck noch die Silhouette eines Hais in der Dünung! Einem so großem Tier will man beim Schnorcheln nicht unbedingt begegnen.

Devil's Crown

Das Dingi wirft uns um 10:30 Uhr an der Nord-Ost Seite des Corona del Diablo (Devil’s Crown) in die Strömung und wir werden ab jetzt gegen den Uhrzeigersinn von selbiger getragen. Ein wenig unheimlich ist das schon, weil an dieser Stelle das Riff auch einfach ins bodenlose Schwarz abfällt. Minuten später können wir aber schon wieder den Meeresgrund erahnen und sind fasziniert von den großen Fischschwärmen, die uns umgeben. Ivan und Carlos begleiten uns beide und sind plötzlich ganz aufgeregt und signalisieren uns einen Punkt tief unter uns: Wir sehen einen Hammerhai! In ca. 5 Meter Wassertiefe zieht der Hai unter uns vorbei und wir sind beeindruckt von der Größe des Tieres.

Wir lassen uns mit der Strömung treiben, bis Ivan und Carlos in das Riff hinein schwimmen - was so mühelos aussieht, ist mit viel Arbeit verbunden – vor allem mit dem ganzen Kamera-Equipment. Wir paddeln wie blöde und pumpen Luft durch die kleinen Schnorchel und bewegen uns gefühlt kein Zentimeter vom Fleck. Diese Strömung macht einem echt zu schaffen! Fix und fertig schaffen wir es aber dann alle doch irgendwie und befinden uns tatsächlich in ruhigem Wasser. Eine grüne Wasserschildkröte zieht langsam unter uns vorbei und wir entdecken noch zwei Weißspitzen-Riffhaie, die sich unter dem Riff verstecken, bevor uns Christian und José wieder mit dem Dingi abholen.

Zurück auf der Nemo, sehen wir Homberto den Schiffskoch, wie er in der kleinen Kombüse einen ganzen Tintenfisch im Kochtopf hat. Lassen wir uns also überraschen, was es heute Abend zu Essen gibt!

Über Mittag zieht der Himmel zu und es beginnt zu regnen. Dennoch wollen wir um 15:00 Uhr an einen Strandabschnitt, der sich "Postamt" nennt. Das ist einfach eine Post-Box, in der Touristen ihre Karten einschmeißen, in der Hoffnung, dass Landsleute, die in der Nachbarschaft wohnen, die Postkarten mitnehmen und von Zuhause zustellen. Es regnet in Strömen, aber das Wasser ist warm und so schnorcheln wir der Küstenlinie entlang, in der Hoffnung, dass wir irgendetwas in diesem trüben Wasser sehen werden. Und wir werden nicht enttäuscht: Bald tummeln sich dutzende grüne Schildkröten am Riff und zupfen an den grünen Algen, die hier überall wachsen.

Plötzlich schießen zu unserer Überraschung ein paar Pinguine an uns vorbei und trotz des schwachen Lichts ist es ein tolles Erlebnis, wie nah wir mit diesen Tieren hier schwimmen können. Anny stößt sogar beinahe noch mit einem Seelöwen zusammen.

Auf dem Weg nach Española liegen wir an Deck und schauen in den reichlich gefüllten Sternenhimmel, bevor wir müde in unsere Kojen krabbeln.

Española

6:30 Uhr: Am Morgen werden wir mit allerfeinstem Sonnenwetter begrüßt und das Licht der goldenen Morgensonne zeichnet alles weich, als wir am Punta Suarez anlanden. Träge liegen die großen Meerechsen auf den noch kühlen Steinen und genießen die ersten Sonnenstrahlen. Es geht weiter nach Süden zu den großen Vogelkolonien der Insel. Wir betreten das Revier der Albatrosse. Mit knapp 12 Kilogramm gehören sie zu den schwersten flugfähigen Vögeln und mit einer Flügelspannweite von über 3,5 Metern halten sie einen weiteren Rekord in der Tierwelt. Und doch sieht es spielend leicht aus, wenn einer dieser Vögel scheinbar mühelos an einem vorbeizieht. Als wir gerade den Hafen verlassen, schwimmt gerade eine Echse an unserm Zodiac vorbei, um sich schnell wieder am Strand aufzuwärmen.

Um 10:30 Uhr geht es nochmal zum Schnorcheln raus, zur Insel Gardner. Das Wasser ist klar, aber wir sehen leider sehr wenig. Ivan bleibt mit uns länger draußen als geplant und wir spüren seine Verzweiflung, weil wir kaum etwas entdecken können. Um 15:00 Uhr werden wir am Bahia Gardner abgesetzt, wo eine kleine Gruppe Seelöwen in der Mittagshitze döst. Schöne Motive, denn die Tiere lassen sich von uns nicht aus der Ruhe bringen. Aber hier werden wir von der Sonne verbrannt. Der Strand ist zwar wunderschön, aber der weiße Sandstrand reflektiert das Licht. Trotz dauercremen mit Sonnenschutz ist es fast unmöglich, den Strand ohne Sonnenbrand zu verlassen.

Um 16:30 Uhr werden wir eingesammelt und fahren wieder zurück auf die Nemo I. So lange das Boot noch ruhig im Wasser liegt nutzt Micha die Gelegenheit, die zwei Reisetaschen so zu packen, da wir am nächsten Morgen möglichst noch wenig tun müssen. Und so lungern wir darauf den Nachmittag an Deck herum und schauen der tiefliegenden Sonne dabei zu, wie sie die Welt mit ihren goldenen Strahlen einfärbt und schließlich hinter dem Horizont verschwindet. Als es schon komplett Dunkel ist, laufen wir in Puerto Ayora im Süden von Isla Santa Cruz ein. Ein paar der Gäste machen gleich einen Landgang um die Partymeile des Hafens zu erkunden, wir liegen an Deck und genießen bei einer leichten Brise den gigantischen Sternenhimmel.

Yellow warbler
Galapagos-Schildkröte, Santa Cruz
Marine iguana
Mocking Bird
Marine iguana
Pelikan
Seelöwen auf Espanola
Sally lightfoot crab
Galapagos-Seelöwe
Schildkröte beim Schnorcheln
Albatros-Paar
Marine iguana