Botswana Quick Map

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Es riecht nach Afrika! Wir schließen die Augen und genießen den Geruch von warmen Gräsern, Akazien und Süßholz. Während unser Kleinbus (Mitsubishi Rosa) über den rauhen Asphalt rumpelt, träumen wir von den Victoria Fällen, dem Sambesi Fluß, dem Chobe Nationalpark und dem Okanvango Delta.

Die Victoriafälle

Zimbabwe

Unsere Reise beginnt an den Viktoriafällen.
Die Bayete Lodge liegt am Stadtrand von Victoria Falls und ist mit einer großen Mauer eingefriedet. So wie eben alles hier in Afrika. Wobei man nie so richtig weiß, wem die Mauer gilt; den Tieren oder den Menschen. Da es unerträglich heiß ist, werden wir erst einmal and der Bar des Gemeinschaftsgebäudes mit einem kühlen Bier empfangen. Ein Zambezi Lager. Lecker. Geht runter wie Öl, super. Danach bringen wir die Sachen aufs Zimmer und richten uns gleich für unsere Walking-Tour zu den Fällen.

Minuten später holt uns under Guide ab. "Smart" nennt er sich - wir sind etwas verwirrt von der Namensgebung einiger Schwarzer hier, schließlich hatte auch jemand auf Annys Mails mit "Snow" geantwortet. Smart bringt uns an den Eingang des Nationalparks und schreibt sich zu Sicherheit Annys Namen mit Kugelschreiber auf den Unterarm. Da er mittig angefangen hat, laufen die Buchstaben jetzt bis auf seine Handfläche und wir beschließen, das nächste Mal vielleicht Michas Namen für die Buchungen zu verwenden. Geschickt werden wir an allen Tourifallen und Touristenkletten vorbeigelotst, bekommen einen Regenmantel und zahlen die Gebühr am Schalter des Parks. 30 US Dollar pro Nase. Ganz schön dreist für ein bisschen Wasser. Unser wandelnder Wikipedia-Eintrag lässt alles vom Stapel was er kann und macht seinem Namen alle Ehre. Wir fühlen mit welchem Stolz uns von diesem Naturwunder berichtet wird, was wir bis jetzt nur gehört, aber noch nicht gesehen haben! Der für Europäer umstrittene schottische Missionar und Afrikareisende David Livingstone hat die Existenz dieses Naturwunders in die Welt hinausgetragen und dafür sind ihm die Menschen in Simbabwe auf Ewig dankbar. Seit 1989 gehören die Fälle zum Weltnaturerbe der UNESCO und als wir den ersten Blick durch den bewaldeten Klippenpfad auf die Wassermassen werfen können, wissen wir warum. Bis zu 10.000 m³/s Wasser fallen über den Nordrand in die 110m tiefe Schlucht. Der Sambesi fließt hier auf 1705m über eine Basaltkannte und es entsteht eine Wand aus Sprühnebel die noch aus 30Km Entfernung zu sehen ist. Der Name Mosi-oa-Tunya (Kololo) - donnernder Rauch, macht diesem Naturspektakel alle Ehre.

Wir hangeln uns von der linken Seite von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt und kommen immer mehr in den Sprühnebel, bis wir nur noch im Dauerregen stehen und der Poncho eigentlich auch nichts mehr ausrichten kann. Wir schützen die Kameras so gut es geht und sind überwältigt vom Spektakel an der nur knapp 50 m breiten Schlucht. Da wir in den Abendstunden an den Fällen entlang laufen, sehen wir dutzende wunderschöne Regenbogen, die die Sonne in der Gischt entstehen lässt. Triefnass patschen wir mit vollgesogenen Trekkingschuhen zurück zum Parkplatz - prima, noch nicht einmal 12 Stunden in diesem Land und schon keine trockenen Schuhe mehr!

In der Dämmerung bekommen wir noch den ältesten Baobab-Baum zu sehen, machen aus Respekt vor unserem Guide noch ein Foto und fahren zurück zur Lodge. Plötzlich hält Smart abrupt an - ein Elefant steht am Straßenrand im Gebüsch und zupft an den Ästen eines kleines Baumes. Vorsichtig fahren wir weiter in die Dunkelheit, wir wollen den Riesen ja nicht erschrecken. Aber uns wird klar: Wir sind hier nicht im Zoo, diese Tiere leben hier wirklich frei und können sich auch meist ungestört bewegen, wie sie möchten. Wir lernen, dass man hier auch nicht unbedingt nach Dunkelheit unterwegs sein sollte. Weiß hier wirklich auch jedes Kind!  

Rundflug

Mit klammen Schuhen werden wir um 10:00 von einem Shuttle abgeholt, der uns zum Heli-Pad für einen "Flight of Angels" im Norden der Stadt bringt. Wir beschließen, die Schuhe einfach "trocken zu laufen". Nach dem Check In müssen wir ein Safety-Briefing über uns ergehen lassen, danach werden wir mit Ausrüstung gewogen, bekommen den genauen Routenverlauf an einer Schautafel illustriert und die ganze Zeit schwirrt ein Mitarbeiter um uns herum, der mit einer kleinen Videokamera die Touristenabfertigung dokumentiert. Wir nehmen noch kurz Platz, schauen zu, wie der "Bell 206L-3 Longranger" aufgetankt wird und unterhalten uns mit einem australischen Pärchen, dass zusammen mit uns fliegen wird.

Platz hat es für 6 Personen + Pilot - ein sehr geräumiger Helikopter. Wir werden vom Personal auf die Sitze verteilt, wir müssen noch mal kurz die Sitze wechseln - Anny fliegt nun rückwärts! Aber wir haben prima Sicht aus den Seiten, die gewölbten Panoramafenster sind blitzblank geputzt und verzerren wenig. Kaum sind wir angeschnallt, geht es schon los und wir beginnen mit den "Achter-Kreisen" direkt über den Fällen. Für 12 Minuten bekommen wir die Wassermassen aus allen erdenklichen Winkeln und Perspektiven zu sehen und wir müssen aufpassen, dass uns nicht schlecht wird, weil wir dauernd durch den Sucher gucken. Beeindruckend liegt das Naturschauspiel zwischen zweier Länder unter uns und wir können aus der Luft zum ersten Mal die geografischen Besonderheiten dieser Gegend richtig erfassen.

Der Grenzfluss zwischen Sambia und Simbabwe hat sich über Millionen von Jahren in verschiedenen Stufen zurückgezogen und quasi nun „leere“ Kanten hinterlassen, über die die Fälle in früheren Zeiten geflossen sind. Diese Furchen liegen nun tief eingegraben in der Landmasse eines 1000 m Hochplateaus und sind in einem Zickzack vom Sambesi verbunden, der nun durch die tiefen Schluchten fließt. Die britischen Kolonialherren haben eifrig versucht, den afrikanischen Kontinent per Eisenbahnnetz zu erschließen (Kap der guten Hoffnung bis Kairo) und eröffneten im Jahre 1905 eine 198 Meter lange Stahlbrücke, die in 128 Metern Höhe die "Batoka Schlucht" überspannt. Seit 2006 dürfen aber wegen Instandhaltungsproblemen keine Züge oder Lastwagen mehr die Brücke benutzen. Trotzdem herrscht dort reges Treiben, da sich einerseits viele Touristen einen Passierschein an der Grenzstation holen, und andererseits viele Sambier die Möglichkeit nutzen, ihre Waren für harte Dollars in Simbabwe zu verkaufen. Smart erzählte uns gestern lächelnd, dass wenn wir jemanden mit dem Fahrrad sehen, es nur ein Sambier sein kann. Und in der Tat sind die Drahtesel, die wir sehen, hoffnungslos überladen und die Personen, die sie schieben mit Schuhen aus alten Autoreifen ausgestattet. So viel zur wirtschaftlichen Lage des Nachbarstaates!

Wir beschließen nach unserem Rundflug direkt an die Fälle zu fahren und uns das Spektakel in der Mittagssonne anzuschauen. Wir lassen uns ein Taxi rufen und sind erstaunt, als der Fahrer bei der Ankunft kein Geld entgegen nehmen möchte, sondern uns fragt, wann wir denn wieder abgeholt werden möchten. Irgendwie clever finden wir und bestellen ihn einfach auf drei Stunden später. Sollte uns reichen, um ein paar vernünftige Bilder zu machen. Eigentlich ist die Mittagssonne keine gute Lichtquelle zum Fotografieren, aber jetzt werden die Fälle kontrastreich ausgeleuchtet! Wir können so oder so nur das erste Drittel der Fälle abdecken - über die Main Falls kommen wir wegen dem Gischtvorhang nicht hinaus. Keine Chance, schon jetzt kämpfen wir mit dem Sprühnebel und decken die Kameras ab, wenn die Thermik in der Schlucht eine Regenwand auf uns zu treibt. Die Regenmäntelchen für das Equipment funktioniert aber einwandfrei und wir wagen sogar ein paar Langzeitbelichtungen mit ND-Filtern.

Als wir zum Parkplatz zurück kommen, werden wir gleich von Taxifahrern umringt, die uns alle zurück fahren wollen. Aber unser Fahrer von vorhin ist tatsächlich wie vereinbart da und wir werden von ihm zurück in unsere Lodge gebracht. Und wir fragen ihn, ob er uns morgen früh um 5:45 Uhr abholen kann, um uns zum Sonnenaufgang an die Fälle zu bringen! Nach kurzem Zögern willigt er ein und verspricht, morgen früh vor dem Tor der Bayete Lodge auf uns zu warten.

Sunset-Cruise auf dem Sambesi

Wir legen ab und treiben auf der Mitte des Flusses mit der Strömung den Fällen entgegen. Die Sonne steht tief und taucht die Landschaft in ein warmes, freundliches Licht. Die Luft ist angenehm warm, auf dem Wasser herrscht eine leichte Brise und wir nippen an unserem Zambezi Lager und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Der Captain steuert eine handvoll Inseln um die „Princess Elizabeth Island“ an und wir entdecken ein paar Nilpferde, die sich im weichen Abendlicht direkt vor uns im sauberen Wasser tummeln. Im Süden sehen wir in ein paar Kilometer Entfernung die Gischttürme der Vic-Falls in den Abendhimmel aufsteigen, bevor das Boot wendet und wieder den Fluß hinauf fährt. Inzwischen steht die Sonne kurz über dem Horizont und hat die ganze Welt Gold-Orange eingefärbt. Ein Farbspektakel, daß wir in dieser Form noch nicht gesehen haben! Wir rücken mit unserem Bier ein wenig näher an die Reeling und genießen die Aussicht. Der Wechsel zur blauen Stunde verläuft auch schneller als gewohnt und der fast volle Mond spiegelt sich in den sanften Wogen des Sambesi, als wir uns auf den Weg zu unserem Anleger machen.

Sonnenaufgang

5:44 Uhr - das schwere Stahltor der Bayete Lodge rumpelt schwerfällig zu Seite und gibt den Blick frei auf die unbeleuchtete Straße. Wir stehen im Schein der Hausbeleuchtung und fragen uns schon jetzt, was wir hier eigentlich machen. Micha hegt allerhöchsten Zweifel, ob das mit dem Taxi überhaupt so eine gute Idee war. Doch eine Minute später kommt unser Taxi tatsächlich um die Ecke und sammelt uns verschlafen auf! 10 Minuten später stehen wir am Ticketschalter des Parkeingangs. Der öffnet offiziell erst um 6:00. Die Wachen stehen am Drehkreuz und im Büro ist schon Licht. Auch der Parkmitarbeiter ist schon da, aber wie gesagt, der Park öffnet erst in fünf Minuten und so schauen wir uns gegenseitig beim Warten zu. Punkt 6:00 Uhr wird der Computer angeschaltet, wohl ein alter Windowsrechner, der gefühlt ewig braucht um hochzufahren. Der graue Kasten rappelt gemütlich vor sich hin und der Parkmitarbeiter tippelt irgendwelche Sachen in sein Keyboard. Wir haben schon Bedenken, dass die Sonne heute ohne uns über den Fällen aufgeht. Aber endlich haben wir unsere Tickets und wetzen los - ein Wachmann fragt uns noch im Vorbeigehen, ob wir den Sonnenaufgang über den Fällen sehen wollen, zeigt uns den Weg, aber da sind wir schon längst auf dem Pfad zu den Main Falls. Es ist fast windstill, die Gischtwand ist zwar hoch, wird aber nicht zu uns getrieben. Der Himmel färbt sich langsam und kündigt die aufgehende Sonne an. Die ersten Strahlen kriechen über die Hügelkette am Horizont und tauchen die Landschaft in ein goldenes Licht. Der Sprühnebel wird jetzt von hinten beleuchtet und auf der Wasseroberfläche des Sambesi glitzert das Licht. Aber sobald die Sonne beginnt, die Schlucht aufzuwärmen, drückt die Thermik die Gischt wieder in unsere Richtung. Wir genießen den Moment der Einsamkeit mit den Naturgewalten unmittelbar vor uns.

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Die ersten 20% der Fälle
Sundowner auf dem Sambesi
Heli-Flug über die Fälle
Flusspferd im Sambesi
Heli-Flug über die Fälle
Abendsonne über dem Sambesi
Kurz vor Sonnenaufgang
Sonnenaufgang über den Main-Falls