3 Wochen blauer Himmel, 25 Grad Außentemperatur, eine leichte Brise - perfektes Urlaubswetter für einen November! Wir teilen unseren Südafrika-Urlaub in drei Teile: Das Western Cape, Kapstadt und Mpumalanga (Krüger National Park).

Western Cape

Unsere 747-400 sieht ein wenig verloren aus, als wir nach dem Ausstieg auf das Gate zurückblicken. Am Rande des Terminals sind wir ausgeladen worden und sonst scheint auf dem Cape Town International Airport auch nicht viel mehr los zu sein. Wir bekommen die Einreisestempel in die Pässe gedrückt und machen uns auf den Weg, um unseren Mietwagen abzuholen. Unter strahlend blauen Himmel und angenehmen 20 Grad betreten wir einen riesigen Parkplatz und suchen unser Auto. Und da steht er: Ein Toyota Corolla in Eisblau! Wir schauen uns um und stellen fest, als Mietwagen gibt es hier nur dieses Modell, und das lediglich in zwei Lackierungen. Weiß wäre die Alternative gewesen. Fantastisch - wir fühlen regelrecht den soeben verpassten Stempel auf unserer Stirn, der ganz laut "Touri" schreit!
Wir machen uns auf den Weg und fahren entlang der 2 nach Südosten an zahlreichen Townships vorbei und sind etwas verstört durch das schiere Ausmaß der Ansammlung von Wellblechhütten die an unserem Wagen vorbeiziehen. Auch, dass hier ab und an Leute die Schnellstraße zu Fuß überqueren, scheint ganz normal zu sein.

Wir erreichen die False Bay und auf der R44 beginnt eine wunderschöne Route an der Küste entlang und es dauert nicht lange, bis wir unseren ersten Wal entdecken! Eine Walkuh mit ihrem Kalb zieht neben uns her und wir suchen aufgeregt nach Parkmöglichkeiten, auf dem doch sehr stark befahrenen Highway. Wir begnügen uns für's Erste auch mit Suchbildern - irgendwo in der Mitte des Formats ist ein Wal zu erkennen! Egal, wir sind begeistert und freuen uns auf die nächsten Tage, denn die heutige Sichtung war schon mal sehr vielversprechend!

In Betty's Bay gibt es ein Penguin Nature Reserve, das wir uns natürlich anschauen müssen. Vor langer Zeit hat sich so ein kleiner gefiederter Freund verschwommen, ist hier gelandet und einfach geblieben. Schon als wir auf dem Parkplatz aussteigen, kommt uns der Wind entgegen und kündigt die große Kolonie mit einem sehr strengen Geruch an. Und es stinkt beachtlich! Insbesondere, wenn der Wind mal kurz nachlässt und die Sonne den Boden wärmt. Aber die Pinguine sind einfach putzig und watscheln tollpatschig umher. Viele Jungtiere wechseln gerade ihr braunes Federkleid und sehen im quasi 'halbgerupften Zustand' recht drollig aus. Die Tiere sind auch nicht sehr scheu, denn Anny hätte beinahe die Streulichtblende der Kamera durch einen neugierigen Vogel verloren.

Hermanus

Wir beziehen gegen Nachmittag unser Apartment im Ocean Eleven Guest House auf den West Cliffs in Hermanus. Das stilvolle Gästehaus im Kolonialstil bietet einen fantastischen Ausblick und ist nur ein paar Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Wir erkunden erst einmal die Gegend und schon nach ein paar Minuten sehen wir Wale in der Bucht - und das quasi vor der Haustür! Fasziniert verbringen wir Stunden auf den Klippen, schauen den Tieren zu und lassen die Eindrücke auf uns wirken.
Abends probieren wir die Empfehlung unseres Guest Houses aus und besuchen den Cattle Baron. Dort hat es eine Grillkarte, die alles bisher Gesehene verblassen lässt! Feinste Fleischstücke südafrikanischer Größe zu einem für uns doch sehr ungewohnt günstigen Preis. Für Micha gibt es ein Chateaubriand und Anny macht sich an ein Rumpsteak und bald merken wir, dass wir absolut keine Beilagen benötigt hätten.

Heute ist der Himmel wolkenverhangen - woher auch immer das Wetter gekommen war, zum Fotografieren ist es heute echt mau. So beschließen wir das Fernkloof Nature Reserve in den Kleinrivier Mountains über der Stadt zu besuchen. Der 1957 gegründete 1.800 Hektar große Park beheimatet um die 1.600 lokale Pflanzenarten und gilt als das florale Königreich des Kaps. Wir laufen das Tal des Mossel River entlang, beobachten Sun Birds und beschäftigen uns damit, wie wir die teilweise sehr kleinen Pflanzen mit unserem Makro und einem Hilfsblitz fotografieren können.

Am Nachmittag ist eine Walsafari in der Walker Bay angesetzt. Die Wale sind da, das haben wir schon gehört: Es gibt einen sogenannten 'Whale Crier', der mit seinem 'Kelp-Horn' aus Braunalge die Anwesenheit von Walen ankündigt. Dieses 'Horn' gibt auch tatsächlich einen Ton von sich, der über die ganze Bucht zu hören ist. Im New Harbour von Hermanus geht es dann auch mit den Southern Right Charters los und der Katamaran 'Miroshca' bringt uns zusammen mit 70 Japanern auf das Meer. Das Wasser ist recht ruhig und dennoch bleibt über die Hälfte der Gäste lieber im Bauch des Schiffes über einer Tüte sitzen. Wir haben uns auf dem Sonnendeck platziert und suchen gespannt den Horizont nach einem 'Blas' ab, der die Anwesenheit eines Wales verrät. Und siehe da - bei Gansbaai hüpft sogar einer aus dem Wasser heraus - 'Breaching' nennt man das, aber obwohl der Wal das ein paar Mal hintereinander macht, ist das viel zu weit weg, als dass es zu einem 'Suchbild' reichen könnte … Schade, aber wir beobachten weiterhin das graue Wasser und wir werden fündig!

Der Captain ist ganz außer sich und bringt sogar seinen Foto mit an Deck, denn wir haben zwei Wale beim Liebesspiel entdeckt. Unbeeindruckt von unserer Anwesenheit, rollen die Tiere schwerfällig und langsam durch's Wasser, drehen sich um die eigene Achse und klatschen mit den Finnen auf die Wasseroberfläche. Und ab und an sehen wir ein rosa Etwas zwischen den dunkelgrauen Leibern und falls es irgendjemand an Bord noch nicht verstanden hat, fragt der Captain zur Sicherheit über die Lautsprecheranlage: 'Did you see his Pinky …?'

Dinner gibt es heute im 'Fishermans Cottage - A Unique Dining Experience' und wir sind froh, dass wir eine Reservierung haben. Anny bestellt den 'Catch of the Day' - Snoek (Hechtmakrele) und Micha macht sich an einen Kingklip (Familie der Bartmännchen) - eine Delikatesse, die an Kabeljau erinnert. Drum herum natürlich ein Menü und wir können mit solch vollen Bäuchen nachts mal wieder kaum schlafen.

Eigentlich wollten wir heute früh los und die berühmte Weinregion Südafrikas besuchen, aber eine Gruppe Wale direkt vor der Haustür hat unsere Planung komplett umgeschmissen. Nach dem Frühstück sitzen wir drei Stunden lang auf den West Cliffs und schauen einer Schule Walen beim Kinderhüten zu. Die Muttertiere sind zur Nahrungssuche draußen im Meer und haben ihre Kälber in die Obhut von ein paar wenigen Kühen gegeben, die sich nun alle vor unseren Augen im Wasser tummeln. Wir zählen ein Dutzend Tiere und sind total sprachlos und freuen uns an diesem einzigartigen Schauspiel.

Das Kap Weinland

Unter dem schönsten Himmel Südafrikas machen wir uns auf den Weg nach Stellenbosch. Die Niederländer begannen im 17. Jahrhundert auch das Hinterland von Kapstadt zu besiedeln und nach ein paar Anfangsschwierigkeiten, fingen die Landwirte in der Gegend an, Wein anzubauen. Die Einfluss der Briten setze der Stadt zu, sowie verschiedene Brandkatastrophen. Erst die Gründung der Universität im frühen 20. Jahrhundert gab der Stadt einen Teil ihrer früheren Bedeutung zurück. Viele Häuser in Stellenbosch sind im kapholländischen Stil erhalten geblieben, teilweise sogar komplette Stadtviertel. Dazwischen finden wir ein paar Häuser im viktorianischen Stil, aber die strahlend weiße Fassade, die typisch für das Westkap ist, teilen alle.

Wir machen Station im 'Wine Estate Boschendal' - eines der ersten und bekanntesten Weingütern zwischen Stellenbosch und Franschhoek, eine großartige Anlage eingebettet in Mitten hoher Berge. Wir sind erstaunt, wieviele Leute sich hier eingefunden haben. Da es Sonntag ist, kommen die Leute zum Picknick und lassen sich durch das Angebot von Speisen und Getränken des Weinguts verköstigen. Ein klasse Konzept, wie wir finden und entscheiden uns für eine Weinprobe. Im Schatten der Bäume, mit Blick auf das Herrenhaus von Boschendal, nippen wir an Sauvignon Blanc, Blanc de Noir, Merlot und natürlich Shiraz - die Spezialität hier! Im Anschluss schlendern wir noch über die sehr gepflegte Anlage und sind beeindruckt, über welche Größe sich allein das Gut erstreckt.

Die Sonne kündigt den Nachmittag an und so schauen wir uns noch Fanschhoek an, wo wir es doch tatsächlich schaffen, unsere Biltong-Vorräte aufzufrischen! Am späten Nachmittag geht es dann nach Kapstadt, die untergehende Sonne steht tief und wir lassen und mit dem zunehmenden Verkehr um uns herum einfach mit in die Millionenstadt an der Südspitze Afrikas spülen.

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