• Nach stundenlagem Ansitzen bekommen wir den kleinen Prachtkerl endlich vor die Linse.

    Der Eisvogel
  • Beim Warten auf das Hauptmotiv nehmen wir dankbar den kleinen Besucher an der Seite mit.

    Der Feldsperling
  • Geduldig wird gewartet, bis das Wildbrett freigegeben ist.

    Die Hierachie

Mitte Februar fahren wir ins Leinebergland zu Wolf-Dieter Peest, um an einem Workshop für Naturfotografie teilzunehmen. Eisvogel & Co. heißt dieser - ein passender Name, denn auch das Wetter ist eisig.

Plötzlich der unverwechselbare und kurze, scharfe Ruf des Eisvogels.

Es klingt wie ein „tiht“ oder „ti-it“ klingt. Zack - sehen wir einen obaltblauen/türkisfarbenen Streifen vor der 600 mm Linse vorbeiziehen!

Eisvogel

Mit Wolf-Dieter Peest

Es ist nasskalt und die Kälte kriecht langsam und unaufhörlich in unsere Klamotten. Wir sind zwar gut in mehrere Schichten eingepackt, aber da wir uns im Ansitz nicht rühren und angespannt auf den Sekundenaufritt unseres kleines gefiederten Freundes warten, wird die stille, monotone Warterei allmählich zur Tortur.
Hektisch versuchen wir, das Objektiv auf den Vogel auszurichten, aber der verweilt nur jeweils ein paar Sekunden lang auf den Ästen rings um das kleine Wasserloch. Wir beobachten, dass der Eisvogel verschiedene Sitzwarten am Wasser anfliegt und das anscheinend immer nach dem selben Muster.

Verdammt, das 16 bis 18 cm große Vögelchen ist flink unterwegs.

Wir versuchen mit dem Objektiv vorzuhalten, das heißt wir stellen uns vor dem Tier auf die nächste Position ein, die es nach dem festen Muster als nächstes anfliegen sollte. Und BÄHM - sitz der Vogel fett im Sucher! Nur die fehlende Wintersonne macht uns zu schaffen. Trotz Festbrennweite sind die Zeiten mau, aber wir haben Spaß an dem kleinen Besucher!

Greifvögel

Mit Wolf-Dieter Peest

Das Wetter bleibt am nächsten Tag ebenfalls miserabel. Eigentlich überhaupt nicht gut zum fotografieren! Aber da wir schon mal da sind, versuchen wir es trotzdem.

Wir wechseln den Ansitz, denn heute wollen wir Raubvögel beobachten!

Wolf-Dieter hat dazu einen alten Baumstumpf präpariert und die Vögel seit drei Tagen mit Schlachtabfällen angefüttert. Also stehen die Chancen gut, dass die Familie von Bussarden auch heute den reich gedeckten Tisch überprüfen wird und wir das Treiben durch unsere Linsen beobachten können.
Wir können Kleiber, Gimpel, Rotkehlchen, Blau-, Kohl-, Schwanz-, Sumpf-, und Haubenmeisen, Feldsperlinge, einen Buntspecht und einen Eichelhäher während der ganzen Warterei auf das Hauptmotiv beobachten. Wir sind umso erstaunter, als wir sehen, wie diese kleinen Vögel an den Fleischresten herumpicken.
Als alles, was gerade noch umhergeflattert ist, plötzlich im Unterholz verschwindet, wissen wir, dass unser Hauptmotiv in der Nähe sein muss. Die Stille wird durch den Schrei, ein lautes „bijä“ des Bussards durchschnitten und ein großes Exemplar landet auf dem Kadaver.
Der Rest der Familie landet im sicheren Abstand im Geäst, in geduldiger Erwartung, dass noch etwas übrig bleibt, wenn die Reihenfolge der Rangordnung bei ihnen angekommen ist.
Die kompakten Greifvögel zerlegen mit einer effektiven Geschwindigkeit das Wildbrett under den Klauen und es kommt zu einer kleinen Balgerei, als das im Rang nachfolgende Tier sich wohl um seine Portion sorgt. Tolle Motive, die wir hier sehen dürfen! Nachdem der Streit geklärt ist, dürfen zum Schluss sogar die Jüngsten an die Reste. Die Knochen werden fein gesäubert und kurz darauf ziehen die Greife weiter. Nun ist das Feld wieder frei für all die Singvögel, die sich noch hier und da einen Happen von den Resten gönnen. Unsere Speicherkarten sind gefüllt und wir freuen uns über die Ausbeute

Wir brechen ab, denn das Wetter macht leider nicht mit. Es ist auch absehbar, dass es in Kürze nicht besser wird.

Impuls

Was wir mitgenommen haben.

1.) Wenn das Licht fehlt, kommen auch lichtstarke Objektive an ihre Grenzen. Aber es macht schon wirklich Laune mit großen Brennweiten arbeiten zu dürfen. Die Bildqualität ist sagenhaft!
2.) Bei niedrigen Temperaturen macht es durchaus Sinn, die Akkus der Kamera 'am Mann' zu tragen.
3.) Größte Gefahr im Ansitz ist doch tatsächlicht das Motiv zu verpassen, weil man Stunden warten und dann den 'einen Moment' verpennt.